Dienstag, 10. Dezember 2013

ISON-Reste bisher nicht eindeutig beobachtet

Komet ISON (oder was davon übrig blieb) steht am Morgenhimmel wieder vor nachtdunklem Himmel. Die Suche nach irgendwelchen Resten hat begonnen. Viel ist dabei bisher nicht rumgekommen: 

Es gibt zwei visuelle Beobachtungsberichte der Staubwolke aus Spanien und Russland vom 6. und 7.12.. Berichtet wird von einer sehr diffusen, flächenlichtschwachen und großflächigen Wolke, wobei sich die Positionsangaben widersprechen. Es gibt eine ganze Reihe von fotografischen Beobachtungsversuchen aus Frankreich, Deutschland und Kanada vom 6.-8.12., zum Teil bei sehr guten Beobachtungsbedingungen, die alle keinerlei Objekte heller als 14. bis 17. Größe in der Nähe der erwarteten Kometenposition zeigen.


Donnerstag, 5. Dezember 2013

Wo finde ich Komet Lovejoy ?

Hier ist einmal eine Aufsuchkarte für den Komten Lovejoy, der derzeit ein Objekt 5. Größe ist und das Maximum seiner Helligkeit erreicht hat. Zu jeder anderen Zeit wäre er als DER Weihnachtskomet tituliert worden, nach der ISON-Hype findet er kaum Beachtung. Zu Unrecht: Er ist gut am Morgenhimmel zu sehen und bewegt sich gerade durch die Sternbilder Bootes, Krone und Herkules.



OK, KEIN großer Komet, aber ein schöner Gaskomet:
Foto: H.Lüthen, GvA-Sternwarte in Handeloh, 2.12.2013
Am 2.12. war er  mit freien Auge, wenn man seine Position kennt, als diffuser Fleck erkennbar. Mit dem Feldstcher ist der Schweif zu sehen, und für Astrofotografen ist er ein gefundenes Fressen.




Ephemeride für Komet C/2013 R1 (Lovejoy)
Geographische Breite = 53deg   Kritische Sonnenhoehe bei Daemmerung= -16deg
  Daten          R.A.      Dek.  r      delta  Mag  R.A.     Dek.    Topt   Hmax
                   2 0 0 0 . 0                        1 9 5 0 . 0
  UT               h  m     o  ,  aE     aE           h  m     o  ,   h  m   o
 2013 12  6      15 04.5   43 51  0.95   0.52   4.9  15 02.7  44 03   6 04   50
 2013 12  7      15 16.0   43 10  0.94   0.53   4.9  15 14.0  43 21   6 05   49
 2013 12  8      15 26.7   42 26  0.94   0.55   5.0  15 24.9  42 36   6 06   48
 2013 12  9      15 36.5   41 41  0.93   0.56   5.0  15 34.7  41 51   6 07   46
 2013 12 10      15 45.5   40 56  0.92   0.58   5.0  15 43.8  41 05   6 08   45
 2013 12 11      15 53.9   40 10  0.92   0.60   5.0  15 52.2  40 19   6 09   44
 2013 12 12      16 01.7   39 25  0.91   0.62   5.1  15 59.9  39 33   6 10   43
 2013 12 13      16 08.8   38 40  0.91   0.63   5.1  16 07.1  38 48   6 11   43
 2013 12 14      16 15.5   37 56  0.90   0.65   5.1  16 13.7  38 03   6 12   42
 2013 12 15      16 21.7   37 12  0.90   0.67   5.1  16 19.9  37 19   6 13   41
 2013 12 16      16 27.4   36 29  0.90   0.69   5.2  16 25.6  36 36   6 13   40
 2013 12 17      16 32.8   35 47  0.89   0.71   5.2  16 31.0  35 53   6 14   40
 2013 12 18      16 37.8   35 06  0.89   0.72   5.2  16 36.0  35 12   6 15   39
 2013 12 19      16 42.5   34 26  0.89   0.74   5.3  16 40.7  34 31   6 15   39
 2013 12 20      16 46.9   33 46  0.88   0.76   5.3  16 45.1  33 52   6 16   38
 2013 12 21      16 51.1   33 08  0.88   0.78   5.3  16 49.2  33 13   6 16   38
 2013 12 22      16 55.0   32 31  0.88   0.80   5.4  16 53.1  32 35   6 17   38
 2013 12 23      16 58.7   31 54  0.88   0.82   5.4  16 56.8  31 58   6 17   37
 2013 12 24      17 02.2   31 18  0.88   0.83   5.5  17 00.3  31 22   6 18   37
 2013 12 25      17 05.5   30 43  0.88   0.85   5.5  17 03.6  30 47   6 18   37
 2013 12 26      17 08.7   30 09  0.88   0.87   5.5  17 06.7  30 13   6 19   37
 2013 12 27      17 11.7   29 36  0.88   0.89   5.6  17 09.7  29 39   6 19   36
 2013 12 28      17 14.5   29 03  0.88   0.91   5.6  17 12.6  29 06   6 19   36
 2013 12 29      17 17.3   28 31  0.88   0.93   5.7  17 15.3  28 34   6 19   36
 2013 12 30      17 19.9   27 60  0.88   0.94   5.7  17 17.9  28 03   6 19   36
 2013 12 31      17 22.4   27 29  0.88   0.96   5.8  17 20.4  27 32   6 20   36
 2014  1  1      17 24.8   26 59  0.88   0.98   5.9  17 22.8  27 01   6 20   35
 2014  1  2      17 27.1   26 29  0.89   0.99   5.9  17 25.0  26 32   6 20   35
 2014  1  3      17 29.3   26 00  0.89   1.01   6.0  17 27.2  26 03   6 20   35
 2014  1  4      17 31.4   25 32  0.89   1.03   6.0  17 29.4  25 34   6 19   35
 2014  1  5      17 33.5   25 04  0.90   1.05   6.1  17 31.4  25 06   6 19   35


Erklärungen: Datum: Zeit ist jeweils 0 Uhr UT = 1 Uhr MEZ, R.A. und Dekl. gelten für 2000.0 und sind daher in jeden modernen Himmelsatlas einzuzeichnen. Wer alte Sternatlanten mit 1950er Koordinaten hat, kann die Spalten RA 1950 und Dek 1950 benutzen. r und delta sind die Abstände von der Sonne bzw. der Erde in astronomischen Einheiten (1 a.E. sind 149,6 Millionen km). mag ist die vorausgesagte Helligkeit. Topt ist die optimale Beobachtungszeit, bei der der Komet die größte Höhe vor nachtdunklem Himmel erreicht, in MOZ. Die größte Höhe ist als Hmax gelistet.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Wozu braucht man überhaupt einen J$5%6§*!!!%kometen?

.. wenn es nettes Kleinvieh gibt?
Und das macht durchaus mehr als nur Mist: Leute, vergesst bei all dem Hype-Frust den Kometen Lovejoy (2013 R1) nicht.  Zu jeder Zeit wäre ein derart schöner Komet DAS Ziel für den Amateurbeobachter. Jetzt, naja. Ich schätzte ihn letzten Sonntag auf 4.8 mag, und er ist, wenn man weiß wo, prima mit freiem Auge zu sehen. OK, im Feldstecher ist der Schweif klar erkennbar. Und fotografisch ist einiges rauszuholen. Hier mal ein Bild auf die Kernregion mit dem 12"-Astrografen der GvA in Handeloh. Ein richtig schöner Gaskomet.

Und das ist nur der Anfang: Der Schweif geht noch viel weiter , hier mal ein 4fach Mosaik, das noch Bildverarbeitung erfordert:

Und wem das noch nicht genug Ersatzbefriedigung ist, zeige ich mal das, was ich in Handeloh aufgenommen habe, bevor Lovejoy hoch genug stand: Hier kommt erstmal Komet 290P/Jäger. OK, der ist jetzt wirklich etwas schwach. Vor 15 Jahren hat ihn Michael entdeckt. Er sprach damals die legendären Worte auf meinen Anrufbeantworter "Du, I hob a Kometen entdeckt, aber Du bischt net do, jetzt ruf I den Jost an". Der dann den Kometen an das CBAT meldete. Damals meinte jeder: "Endlich - das ist einer, der es verdient hat, dass ein Komet nach ihm heißt". Und was für ein Komet: Er ist periodisch und hat eine Umlaufzeit von - 15 Jahren.  Also war er wieder da, und war heller als gedacht (sowas gibt es auch) und kam sogar mit einem kleinen Schweif daher! Mit unserem 12"-GvA in Handeloh ein leichtes Ziel.


Und natürlich gibt es da noch einen Kometen 2013 V3, der genau wie ISON von Vitali Nevski entdeckt wurde, aber im Unterschied zum J$5%6§*!!!%-Kometen diesmal fairerweise sogar nach seinem Entdecker heißt. Kein Schweif, aber dennoch hübsch:

Alles in einer Nachthälfte aufgenommen. Kometen sehen im Gegensatz zu Deepskyobjekten nicht immer gleich aus, sie sind für (positive und negative) Überraschungen gut, und noch nie waren sie so einfach zu sehen und zu fotografieren wie heute.




Samstag, 30. November 2013

"Jahrhundertkomet" endgültig abgesagt

Komet ISON hat seine Sonnenpassage irgendwie überlebt, aber in sehr schlechtem Zustand. Unmittelbar nach dem Perihel sah man im SOHO C2-Bild nur noch eine feine Spur von Teilchen - Zeichen für eine totale Fragmentierung des Kometen. Diese fingen in den folgenden Stunden an, kometare Aktivität zu entwickeln. Dabei wurde deutlich, dass vorne die größeren Brocken und danach die kleineren Teile daherliefen. Die kleineren sind offenkundig  zur Stunde fast völlig ausgegast und somit verschwunden. Die vorderen wurden beim Fragmentationsprozess unterschiedlich beschleunigt / verzögert, was die Exzentrizität ihrer Bahnen beeinflusst und zu einer Aufspreizung quer zur Bahn führt. Auf den neuesten SOHO-C3-Bildern kann man die Trümmerwolke ganz gut erkennen:


Das, was in 10-Uhr-Richtung weggeht, ist der Staubschweif. Das, was nach 6 Uhr-Richtung weggeht, ist die Trümmerwolke. In dem zentralen Bereich sieht man allerlei Fragmente als kleinen "Sternhaufen". Man sieht auch, dass die Teilchen im oberen Bereich der Trümmerwolke größer und heller sind , als bei der unteren. 

Der Trend, dass sich die Trümmerwolke  ausdehnt (quer zur Zugrichtung), wird sich verstärken. Sicher wird noch etlichen der Trümmer die Luft ausgehen. Eine kurze überschlagsmäßige Simulation zeigt, dass sich die Teilchen am 3.12. auf mehr als 1° verteilen, am 6.12. auf knapp 2,5°. Das mal als grobe Schätzung.

Es gab eine gewisse Restchance, dass ISON doch noch ein großer Komet wird: Wenn er nämlich sich zerlegt UND eine Menge Staub ausschüttet. Das vielzitierte Jahrhundertkometenszenario ging davon aus, dass ISON in etwa das gleiche tut wie seinerzeit Lovejoy, nur doller: Aber an der Staubausschüttung hapert es derzeit. Vor und während des Periheldurchgangs sah ISON gar nicht so schlecht aus. Wenn man aber mal den zum Vergleich immer gerne herangezogenen Komet Lovejoy in der derzeitigen Situation  anguckt, ist der Unterschied dramatisch.

Links Lovejoy. Man sieht einen schmalen Gasschweif, einen sehr hellen Kometenkern und einen immens hellen, leicht nach oben gekrümmten Staubschweif. Lovejoy pustete in der derzeitigen Phase immens viel Staub heraus. Auch Lovejoy hatte sich teilweise fragmentiert. Die Teilchen blieben aber enger beieinander. Als der Komet wieder auf den Nachthimmel wechselte, war der Kern gar nicht so hell, aber der ganze Staub bildete  einen riesigen, mit freiem Auge erkennbaren Schweif. Auch bei ISON (rechts) hier ist Staubentwicklung erkennbar, aber um Größenordnungen weniger als bei Lovejoy.

Was ist zu erwarten, wenn der Komet Anfang Dezember auftritt ?
- Den angedrohten "Super-Lovejoy.Schweif" (Fischer et al. 2013) wird man vergeblich suchen, es wird alles, wenn überhaupt, sehr diffus und großflächig sein. Nichts fürs bloße Auge, nichts für die Medien, Öffentlichkeit und Show.

- Wenn überhaupt Kernfragmente überleben, wird man sie wahrscheinlich teleskopisch oder mit Glück dem Feldstecher auffinden können, und sie werden sich auf eine relativ große Fläche verteilen. Das könnte für den Astrofotorgrafen sogar ganz hübsch werden.

- Es besteht auch die Möglichkeit, dass ALLEN Teilchen am Ende die Luft ausgeht und man gar nichts sieht.

- Ein Szenario "Großer Komet von 2013" in den ersten Dezembertagen kann man ausschließen.  Wohl aber könnte es sich lohnen, die Reste des Kometen, wenn es sie noch gibt, zu verfolgen.

Über die nicht allzu faktenbasierte Kometenhype, die wir schon bein PANSTARRS, aber auch bein ISON hatten, werde ich meine Meinung mal später absondern, und dazu auch ein paar Vergleiche zu Vorgängen in den 1970gern ziehen.

Freitag, 29. November 2013

ISON fragmentiert beim Periheldurchgang

Den Kometen ISON hat es im Perihel gründlich zerlegt. Hier ein Bild nach dem Perihel. Man erkennt, dass sich die Trümmerstücke entlang einer Staubspur (dust trail) verteilen.

 Einige der Trümmer sind aber immer noch kometentechnisch aktiv. Interessant wird sein, wie viel Staub und Gas sie in den kommenden Tagen freisetzen und wie lange sie das tun.

 Ähnlich wie Lovejoy vor 2 Jahren riss der alte Schweif ab, und die Fragmente werden nach  dem Periheldurchgang wieder heller, weil sie weiter Gas und Staub abgegben.
Wars das? Nicht unbedingt. Entscheidend für die Performance im Dezember wird sein, wie lange die größten der Fragmente durchhalten und wie viel Staub sie insgesamt abgeben, In den kommenen 24-48 Stunden sind wir schlauer.


Donnerstag, 28. November 2013

ISON im Perihel

ISON ist im sonnennächsten Punkt der Bahn angekommen. Jetzt steht er hinter der Scheibe der SOHO-Koronographen. Der alte Schweif ist wie bei Lovejoy abgerissen. Jetzt wird es spannend, ob der Komet hinter der Scheibe wieder hervorkommt. Wahrscheinlich wird es dann viele Stunden dauern, bis er einen neuen Schweif entwickelt - zumindest war das bei Lovejoy im Jahre 2011 so.
Hier ist das letzte C2

 und hier das letzte C3- Bild

Mittwoch, 27. November 2013

ISONS Sonnenpassage: Am Puls des Kometen

Komet ISON steht jetzt direkt neben der Sonne am Tageshimmel, und heute (27.11.) scheint er nicht so hell zu sein, dass man ihn (bereits?) vom Boden aus beobachten könnte. Aber von jedem Internetrechner aus ist SOHO jetzt aber gut sichtbar.

Der Komet ist nämlich soeben im Gesichtsfeld der C3-Kamera der Sonnensonde SOHO aufgetaucht.Hier mal ein Bild vom 27.11.2011, 4:30 UT. Die Sonne wird durch eine Scheibe abgedeckt, so dass man die Korona der Sonne und den Sternenhintergrund erkennen kann. Ein koronaler Masseauswurf ist erkennbar. Der Komet kommt aus der 4-Uhr-Position ins Gesichtsfeld herein. Der helle Stern in der 8-Uhr Position ist Antares. Aber es ist schon auffällig, dass man am Kometenkopf derzeit noch keine Bloomingspikes erkennt wie bei Passagen anderer heller Kometen nahe der Sonne - also scheint der Komet (jetzt noch?) nicht übertrieben hell zu sein.Diese Spikes kommen dadurch zustande, dass der CCD-Sensor an Bord von SOHO durch das gleißende Licht des Kometen übersättigt wird, und sehen wie Stacheln am Kometenkopf aus. Antares zeigt übrigens einen kleinen Spike.



Dies hier ist das neueste Bild, das sich ständig aktualisiert, sobald neue Bilder hereinkommen.   (Bildrechte ESA/NASA). Es lohnt sich also, heute, morgen und übermorgen öfter einmal reinzuschauen und das Geschehen zu verfolgen. Entwickeln sich Bloomingspikes? Den sonnennächsten Bahnpunkt erreicht ISON am 28.11. gegen 19:36 MEZ. Er passiert dann die Sonne in nur 1.8 Millionen km Entfernung (Sonnenradius: 700 000km).  Danach wird man genau verfolgen müssen, in welchem Zustand der Komet die Sonnenpassage überlebt. Bisher (27.11.2013, 8:30) scheint der Komet in den STEREO-Bildern immer noch heller zu werden. Wer einen Vergleich zu Komet Lovejoy (2011) ziehen will, findet HIER Vergleichsmaterial. Man kann erkennen, dass bei Lovejoy der Komet nach dem Perihel einen neuen Schweif aufbaut und dann deutlich heller wurde.


Bildrechte für beide Aufnahmen LASCO-SOHO Team / NASA / ESA.
Lovejoy zeigte vor allem nach dem Perihel eine massive Staubentwicklung. Darauf wird man bei ISON am 29. und 30.11. auf den SOHO-Bildern achten müssen. 


Dienstag, 26. November 2013

Geheimtip: Ein schöner Komet

Bei aller ISON-Hype sollte man Komet 2013 R1 (Lovejoy) nicht vergessen. Er ist ein WIRKLICH schöner Komet. Zwar kein "Großer" Komet, aber zumindest ein schönes Feldstecherobjekt 4. bis 5. Größe. An dunklen Standorten kann man ihn bei genauer Kenntns der Position (derzeit Sternbild Jagdhunde - direkt unterhalb der Wagendeichsel) sogar mit dem bloßen Auge sehen.

Dieses Bild vom Morgen des 26.11. habe ich von meinem Balkon in Hamburg Altona mit einem kleinen Teleskop (Pentax 75/500mm) und einer DSLR aufgenommen.


Samstag, 23. November 2013

Ein paar Bilder vom 21.11.

Am 21.11. klarte es nach einem Kaltlufteinbruch im Hamburger Raum endlich mal auf. Einige Sternfreunde nutzten die Zeit, um den Kometen in der hellen Dämmerung aufzunehmen. Der Komet war zu dem Zeitpunkt etwa 4. Größe hell, und die Sonne stand nur ca. 10 Grad unter dem Horizont
Die Bilder unterstreichen: Der Komet ist ja ganz nett - aber derzeit noch kein "Großer Komet von 2012". 

 Foto: Gerd Neumann
 Foto Uli Rieth
 
Gleiches Bild, ich habe mal den Hintergrund entfernt und den Kontrast erhöht

Freitag, 22. November 2013

Komet ISON im Gesichtsfeld der Sonnensonden

In den kommenden Tagen gerät ISON in das Gesichtsfeld der diversen Sonnensonden. Heute wird er schon von STEREO erfasst:

Image Credit: Karl Battams/NASA/STEREO/CIOC

Link auf die NASA Seite

Im Feld sieht man auch den Kometen 2P/Encke, während der hellere ISON gerade erst ins Gesichtsfeld einfliegt.
Aus der Sicht der Sonnensonden wird es etwa so aussehen:
Der Komet fliegt durch das Gesichtsfeld des C3-Koronographen der SOHO-Sonde vom


  • Nov 21–28:       STEREO-A HI1 sieht den Kometen

    Latest Stereo AHI1
  • Nov 26-29:       STEREO-B sieht den Kometen
  • Nov 27-30:       SOHO- C3 Koronograph sieht den Kometen

    Latest SOHO C3

Komet ISON: Trotz Ausbruch bisher kein "Großer Komet"

Am Freitag (21.11.) reichen die Daten, um eine Lichtkurve seit dem 1. Ausbruch zu basteln. Der zweite Ausbruch ist schwach in den Schätzungen erkennbar, aber nicht als ein großer Satz.

 anklicken, um die Grafik größer zu sehen

Ich habe daher einmal die Zeit seit dem 1. Ausbruch die Lichtkurve zu analysieren versucht, und komme auf  lustige

m=7.46 + 5 log delta + 7.46 log r

Damit wird der Komet dieses Wochenende als Objekt 3. Größe am Taghimmel verschwinden. Wenn er dann am  3.-6. Dezembe wieder an den Nachthimmel zurückkehrt, wird er danach ebenfalls etwa 3. Größe haben. Das wäre  natürlich bei geringer Horizonthöhe nicht ausreichend für einen wirklich großen Kometen. Aber er wird dann rasch an Höhe gewinnen und ein würde schönes Objekt für visuelle arbeitende Amateurastronomen und für Astrofotografen sein. 

Es kann aber durchaus passieren (und ist bei Sungrazern öfter passiert), dass der Komet nach dem Perihel - also im Dezember - sich völlig anders verhält als jetzt. . Zum Beispiel auch heller erscheint. Oder schwächer. Mal sehen, wie gut der Komet das Perihel überlebt.


Mittwoch, 20. November 2013

Lichtkurve nach dem Ausbruch


Hier mal wieder eine Lichtkurve mit den Werten vor, während und nach dem Ausbruch.



Zwar hat der Ausbruch die Helligkeit hochgesetzt, aber zur Zeit und auch vor dem Ausbruch steigert sich die Helligkeit mit einer Rate, die UNTER der eines reflektierenden Körpers liegt.

m = 6.3 + 5 log delta + 3 log r

Wobei der Fit der Nach-Ausbruch-Helligkeiten natürlich sehr ungenau ist. Aber meine Meinung: Man braucht noch einen Ausbruch, sonst bleibt das ein netter Feldstecherkomet tief am Himmel in der Dämmerung. Dieses geringe N von 4 oder weniger, was wir schon vor dem Ausbruch hatten, zeigt eher, dass der Komet mit der Gas- und Staubproduktion nicht hinterherkommt, und das ist kein gutes Zeichen.

Bleibt die Lichtkurve so wie sie ist, würde der Komet als Objekt knapp 4. Größe am Morgenhimmel verschwinden, am Tageshimmel nicht in den negativen Bereich vorstoßen und auch im Dezember nicht heller sein als zur Zeit.

Würde tendenziell nach zwischenzeitlicher Ausbruchseuphorie wieder zu meiner "Jahrhundertkomet abgesagt" Meinung zurückkehren. Aber vielleicht ändert sich ja im Perihel was Grundlegendes, noch 1-2 Ausbrüche von der Sorte neulich können die Karten neu mischen.

Mit nebelfreiem Wolkengruß

Hartwig

Dienstag, 19. November 2013

Komet Ison stabil bei 5. Größe

Nachdem der steile Helligkeitsanstieg vorbei ist, stabilisiert sich die Helligkeit nach den internationalen Schätzungen jetzt bei etwa 5. Größe
2013
Nov. 18.85, 5.2, -- (K. Yoshimoto, Yamaguchi, Japan, 8x42 binoculars);
     18.53, 5.4, 3' (Carl Hergenrother, Tucson, AZ, U.S.A., 10x50 binoculars);
     18.30, 5.5:, 2' (A. Amorim, Florianopolis, Brazil, 10x50 binoculars; alt. 10 deg; moonlight; clouds);
     18.29, 5.2, 8' (Jose G. de S. Aguiar, Campinas, Brazil, 11x80 binoculars);
     18.17, 5.4, 2' (Kazimieras Cernis, Vilnius, Zirmunai, Lithuania, 7x50 binoculars; alt. 9 deg);
     17.32, 4.7, 3' (M. Goiato, Aracatuba, Brazil, 20x100 binoculars; alt. 16 deg; clouds; twilight)
 
Ich vermute derzeit, dass der Komet in den kommenden Tagen als Objekt 3. Größe am Dämmerunshimmel verschwinden wird und dann Anfang Dezember etwa 2. Größe haben könnte.Er könnte am Tageshimmel im Perihel durchaus sehr hell sein. Es ist aber durchaus möglich, dass in Perihelnähe weitere Ausbrüche folgen und der Komet bei seiner Morgensichtbarkeit im Dezember doch noch ein großes Objekt wird. Oder dass er sich komplett auflöst. Bisher gibt es hierfür aber keine schlüssigen Anzeichen. Time will tell.

Ansonsten ist der Komet für den Astrofotografen sehr schön. Er hat einen netten Gasschweif von etwa 8 Grad Länge. 

Ein großes Problem für uns Norddeutsche ist derzeit die extreme Nebelwetterlage.Typisches Novemberwetter eben - entweder verhindern Wolken oder bei Hochdruckwetterlage Nebel und Hochnebel den Blick auf den Kometen.  Die Verteilung des Nebels lässt sich nachts im normalen Infrarot-Satellitenbild nicht sehen, wohl aber auf einer dafür vorgesehen Version von Eumetsat.



Freitag, 15. November 2013

Komet ISON mit freiem Auge!

Inzwischen häufen sich Helligkeitsschätzungen, die den Kometen bei 5. Größe oder sogar etwas heller sehen. Es gibt auch mehrere Sichtungen mit dem freien Auge.

Die Lichtkurve zeigt den Ausbruch sehr deutlich. Eine seriöse Helligkeitsprognose für nächste Woche bzw. Anfang Dezember ist nicht möglich. Aber: Die Karten sind neu gemischt worden , so dass es doch noch sehr spannend wird.

Wer aber in den kommenden Tagen morgens freie Sicht auf den Kometen haben kann: RAUSGUCKEN, es könnte sich lohnen.


Donnerstag, 14. November 2013

Komet ISON im Ausbruch !

Wetten Sie lieber auf Pferde - nicht auf Kometen! Dieser Rat von Fred Whipple wird bestätigt durch die neuesten Entwicklungen Kaum hatte man das Thema ISON schon fast für abgehakt erklärt, zeigt der Komet am 14.11. einen massiven Ausbruch:

Datum (NOV, UT)             Helligkeiten               Beobachter           
2013-11-11.83                   8.0                           Yoshimoto
2013-11-13.2                     7.7                           Baroni
2013-11-13.79                   8.0                           Matiazzo
2013-11-14.22                   6.1                           J. J. Gonzalez
2013-11-14.55                   5.8                           Cook
2013-11-14.??                   5.4                           Bortle


Das ist ein Sprung in der Helligkeit von ca. 2 Größenklassen innerhalb von 24 Stunden. So ein Ausbruch macht natürlich die bisherigen Prognosen obsolet und weitere Prognosen schwierig. Man wird zunächst einmal verfolgen müssen, wie lange der Ausbruch anhält, und was danach passiert. Aber im Prinzip bedeutet die neue Entwicklung mehr als nur einen deutlicher Hoffnungsschimmer. Tatsächlich gibt es erste Sichtzngen mit freiem Auge.

Es ist sehr wichtig und sehr empfehlenswert, den Kometen in diesen Tagen zu beobachten! Das kommende Wochenende ist das letzte, das den Kometen noch vor nachtdunklem Himmel sieht.

Freitag, 8. November 2013

Bisher keine Wende zum Guten

Auch 3 Wochen vor dem Periheldurchgang muss man ISONs Lichtkurve mit Stirnrunzeln betrachten. Die Helligkeitsschätzungen vom 5.-7.11. liegen alle im Bereich der 8. Größe.


Hier mal eine Darstellung der heliozentrischen Helligkeit (m-5*log delta) als Funktion von log r


Wie man deutlich sieht, ist der Fit nicht allzu schlecht. Es ergibt sich daraus eine Lichtkurve

m = 8.45 + 5 log delta + 4.23 log r

Gegenüber dem letzten Posting hier im Blog hat sich also kaum etwas geändert.

Welche Helligkeitsprognose ergibt sich daraus:
10.11.2013          8,0
15.11.2013          7,5
20.11.2013          6.9
22.11.2013          6.3
Maximalhelligkeit neben der Sonne am 27/28,11, ca. +1mag
2.12. 2013          5.6
6.12. 2013          5.9
10.12.2013         6.3
15.12.2013         6.4

Sichtungen mit dem freien Auge vor dem Perihel würden mich derzeit eher erstaunen. Vor dem Perihel halte ich das Jahrhundertkometszenario inzwischen für nahezu ausgeschlossen.

Ist noch Platz für ein Wunder? Ja, aber wenig. Wenn man mal von eimem heute eintretenden Knick in der Lichtkurve träumt - nach oben natürlich, was ist drin ?

N=4.23 --> N=10  22.11. 4.4                                          6.12: . 4.2 mag
N=4.23 --> N=15  22.11. 2.6                                          6.12.:  2.5 mag
N=4.23--> N=20:  22.11.: 0.8 mag                                  6.12.:   0.0mag

Kometen mit einem N von 20 hat es schon gegeben, wenngleich selten. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber die Grundhelligkeit von 8.0 und schlechter lässt eher befürchten, dass es einen Knick in der Lichtkurve nach unten geben könnte. Marsden machte mal eine N=20 - Prognose in einem IAUC. Es ergab sich eine Tageshimmelsichtbarkeit, und die Presse sprang auf den Zug auf. Auch damals gab es eine Jahrhundertkomet-Hype und Jahrhundertkomet-Bücher  Der Komet hieß Kohoutek. Der Rest ist Geschichte, and you have been warned.

Die einzige Resthoffnung besteht in einer unerwarteten Entwicklung nach dem Perihel. Die Prognose nach dem Perihel ist nämlich sehr kristallkugelbehaftet. Durch Fragmentierungsprozesse bei der Sonnenpassage könnten plötzlich die Karten in jeder Richtung neu gemischt werden. Der Komet könnte sich komplett auflösen oder aber plötzlich viel mehr Gas und Staub freisetzen.

Sonntag, 3. November 2013

Sorgen um ISON

Mit Stirnrunzeln verfolgen wir derzeit Komet ISON. Es lässt sich nicht wegdiskutieren - seine Helligkeit entwickelt sich eher schleppend. Die meisten Schätzungen sehen ihn bei ca. 9. Größe und schwächer, nur wenige sind etwas optimistischer. Ich habe einmal die visuellen Helligkeitsschätzungen der letzten 1.5 Monate einmal zu einer Lichtkurve  zusammengestellt, und die sieht so aus:


Je nachdem, welche der Schätzungen man verwendet, ergeben sich danach folgende Helligkeitsformeln
m=8.44 + 5log delta + 4.31 log r
m= 8.23 + 5log delta + 5.56 log r
Ein N von 5 würde bedeuten, dass der Komet sich fast wie ein reflektierender Körper verhält und bei Annäherung an die Sonne nicht an Helligkeit zulegt. 

Eine andere Sache macht ebenfalls Sorgen: Inzwischen ist die Grundhelligkeit so sehr abgesackt, dass sie bei 8.23 bzw. 8.44 liegt. Damit bleibt der Komet unter der Faustregel, die der amerikanische Kometenguru John Bortle einmal aufgestellt hat: Kometen, die der Sonne sehr nahe kommen und die schwächer sind als 8.0, überlegen das nicht, sondern zerlegen sich bereits auf dem Weg zur Sonne.

Wenn sich der Komet so verhält, wie es derzeit den Anschein hat, wird er an um den 23.11. als Objekt 6.Größe in der Dämmerung verschwinden und Anfang Dezember als Objekt 5. Größe wieder erscheinen.

Noch gibt es eine Resthoffnung: Es hat Ausnahmen von John Bortles Regel gegeben, und außerdem waren die Helligkeitsschätzungen  bis Anfang November  gestern durch den Vollmond gestört und schwanken auch sehr stark. Kann sein, dass sie systematisch zu schwach sind. Fotografisch sieht der Komet immer noch sehr schön aus, was zumindest nach etwas Aktivität aussieht. Irgendwie passen die schönen Bilder nicht zum müden Helligkeitsverlauf.  Die kommende Woche wird entscheiden, ob der Komet komplett floppt oder um den 20.11. zumindest ein netter Anblick wird. Ich würde aber langsam empfehlen, sich den Kometen JETZT anzugucken - so lange er noch existiert. In jedem Fall bleiben wir dran am "Puls" des Jahrhundertkometen.


Montag, 7. Oktober 2013

Ein detaillierterer Blick auf ISONs Schweif

Diese Falschfarben-Aufnahme vom Morgen des 2.10. zeigt einen schönen symmetrischen Staubschweif. Anzeichen von stärkeren Ausgasungen sind noch nicht zu erkennen. Der Komet ist allerdings auch noch mehr als 2 aE von der Sonne entfernt und passiert gerade den Mars. Anfang November unterschreitet dann der Abstand zur Sonne die Erdentfernung und dann wird der Komet von Tag zu Tag immer schneller der Sonne entgegen fliegen. Die auf den Kometen einwirkenden Kräfte werden dann exponentiell ansteigen und das müsste sich dann auch in einer merklich verstärkten Aktivität des Kometen niederschlagen. Wir nähern uns also der spannenden Phase dieses Kometenereignisses. Beobachter, die den Kometen in den nächsten Wochen aufnehmen bitte ich um Zusendung ihrer Aufnahmen zu Analysezwecken. Die Koma des Kometen wird sich auch bald vergrößern, so daß auch Aufnahmen mit Russentonnen oder größeren Teleobjektiven hier schon sehr hilfreich sein können. Die Bilder können an die GvA-Mailingliste (GvA-Hamburg@yahoogroups.de) oder direkt an mich (andre@andrewulff.de) geschickt werden.

Freitag, 4. Oktober 2013

ISON: Erste Bilder aus der Außensternwarte!

Eine Reihe von Sternfreunden hielten bis zur Morgendämmerung in Handeloh durch, um bei Hirschgeröhre den Kometen ISON am Morgenhimmel zu fotografieren. Hier ein Bild vom 29.9. mit unserem Astrographen .

Aufs Bild klicken, um es größer zu sehen!


Daten: 29.9.2013, 3:01:-3:52 UT.  44*60s, 12.5" Astrograph, Handeloh, Bearbeitung mit PI, PS, Fitswork. (C): Hartwig Lüthen .

Der Komet weist schon einen recht schönen Staubschweif auf und ist jetzt heller als 11. Größe.


Dienstag, 17. September 2013

Ein erstes Bild des Kometen ISON

Mir gelang es, am Morgen des 17.9. 2013 in der beginnden Dämmerung mit meinem 75mm f=500mm Pentax-Refraktor den Kometen ISON zu fotografieren. Das Besondere: Das Bild wurde mitten in der Stadt aufgenommen. Auf den 25 Sekunden lang belichteten Einzelbildern - länger konnte ich mit meiner 1100Da bei dem durch Lichtverschmutzung aufgehelltem Himmel nicht belichten - war der Komet nicht erkennbar. Aber dem auf die rechnerische Kometenposition mit Fitswork addiertem Bild ist der Komet nebst Schweif deutlich auszumachen.


Donnerstag, 5. September 2013

Erste Schweifprognose für ISON

Ähnlich wie schon für PANSTARRS publiziert Uwe Pilz eine Schweifprognose für Komet ISON. Momentan gibt es nur Daten für die Zeit um das Perihel und danach, wobei die Zeit Anfang bis Mitte Dezember am spannendsten sein dürfte. Für PANSTARRS traf die Prognose weitgehend zu.

Die Helligkeiten sind derzeit immer noch recht mau. Alan Hale schätzte den Kometen vor ein paar Tagen auf 13.0 mag - 2 Größenklassen unter den bisherhigen optimistischen Prognosen. Man muss aber mal abwarten, wie die visuellen Helligkeiten aussehen, wenn der Komet etwas höher am Himmel steht.




Freitag, 23. August 2013

Komet ISON: keine Euphorie bitte!

Kam zu Kohoutek-Zeiten die übertriebenen Erwartungen eher von der Seite der Massenmedien, so gibt es (wie schon bei PANSTARRS) in manchen Kreisen der Astroszene kommerzielle Interessen an einer möglichst lang anhaltenden Kometeneuphorie. Einige kommerzielle Anbieter rechnen offenbar fest mit einem Jahrhundertkometen und hoffen auf gute Fernrohrverkäufe. Ich möchte niemandem in die Suppe spucken, aber vor zu viel Euphorie warnen. Es ist nämlich keineswegs ausgemacht, dass ISON ein Jahrhundertkomet wird. Die letzten Entwicklungen raten eher zur Vorsicht: Fakt ist:

  • Ein guter Fernrohr-Fachhändler ist nicht notwendigerweise ein guter Kometenguru.
  • Keiner kann derzeit die Helligkeitsentwicklung des Kometen seriös abschätzen.

  • die ersten Beobachtungen nach der Unsichtbarkeit am Taghimmel deuten eher darauf hin, dass sich der Trend, dass der Komet hinter den Erwartungen zurückbleibt, fortsetzt. 

 Beobachtungen Ende August zeigen den Komet derzeit bei etwa 13.-14. Größe. Das ist 1-2 Größenklassen unter den optimistischeren Prognosen.



 Lichtkurve des Kometen ISON. Ganz rechts sieht man die letzten Helligkeitsschätzungen. Quelle: Yoshida. Man beachte: Der Komet bleibt seit längerem deutlich unter der Lichtkurve m=5.5+ 5*log delta + 10 * log r. 


Foto von Michael äger vom 17.8. 2013. Der Komet war nur 3 Grad über dem Horizont. Michael schätzt den Kometen auf etwa 13. Größe. 



Rechnet man mit diesen Helligkeiten (und denen aus dem Mai) eine stumpfe Prognose, so würde der Komet im Perihel immerhin noch -4 bis -7 mag hell werden. Aber da steht er sehr dicht an der Sonne. Wenn Ende November und Anfang Dezember vor dunklem Himmel beobachtbar ist, ergäben sich leider je nach verwendeten Parametern Helligkeiten um 4. bis 5. Größe. DAS ist dann kein Jahrhundertkomet mehr, sondern angesichts der geringen Horizonthöhe ein Objekt für Experten.



Dennoch gibt es ein paar Unbekannte in der Rechnung:

  • Derzeit steht der Komet recht niedrig, und die Helligkeiten sind oft CCD-Helligkeiten - die oft hinter den visuellen Helligkeiten zurückbleiben. Erst in den kommenden Wochen werden wir klarer sehen.
  • Auch dürfte der Komet im Perihel durch die Gezeitenkräfte fragmentieren, und was danach passiert, wissen nur Hellseher: Der Komet kann sich dabei komplett auflösen, oder die vergrößerte Oberfläche kann die Staub- und Gasproduktion dramatisch erhöhen (wie z.B. bei Komet West 1976 oder auch bei einigen Kreutz-Sungrazern), was einen explosionsartigen Anstieg der Helligkeit zur Folge haben könnte. Selbst wenn der Komet sich am 20.11. unspektakulär verabschieden sollte, könnte er im Dezember ein tolles Objekt sein. Aber: All das ist tiefste Kristallkugel, und eine Kohoutek-Revival-Party zu Weihnachten 2013 ist durchaus im Bereich des Möglichen!
Auf jeden Fall möchte ich warnen vor einer zu euphorischen Einschätzung des Kometen. Wir warten ab, trinken Tee, und hoffen auf eine Wendung zum Guten.

Hartwig Lüthen

Dienstag, 28. Mai 2013

Toller Gegenschweif bei PANSTARRS


Der Komet PANSTARRS hat zwar ziemlich an Helligkeit verloren, zeigt aber gerade einen tollen Gegenschweif von ca. 5 Grad Länge. Jost Jahn hat ihn mit einem Remoteteleskop abgelichtet und ein schönes Panorama erstellt!

Sonntag, 21. April 2013

Komet PANSTARRS zirkumpolar in der Kassiopeia

Der Komet wird jetzt deutlich schwächer, ist aber noch immer gut zu beobachten. Hier ein Foto aus der Hamburger City mit einem 75/500mm Pentax-Apo

Hartwig


Dienstag, 2. April 2013

PANSTARRS passiert den Andromedanebel

Ausnahmezustand in der GvA-Sternwarte Handeloh: PANSTARRS passiert den Andromedanebel. Mehrere Nächte in Folge sind alle oberen Schienen an der El-Capitan mit Fernrohren und Teleobjektiven besetzt, und auf allen Plätzen mit Horizontsicht stehen mitgebrachte Teleskope. Ich weiß aktuell nicht, was schlimmer war: Der Kampf mit der Kälte oder der mit den fiesen Farbgradienten bei der Nachbearbeitung. In den kommenden Tagen werde ich mal eine Zusammenstellung der schönsten Fotos hier posten. Hier aber auf die Schnelle mal ein eigenes Bild vom 2.4.

anklicken für große Ansicht
180mm Sonnar (f/4.5), 1000Da, Foto H. Lüthen

Und hier mal ein Foto von Olli Rensch vom Tag vorher, ebenfalls mit einem 180mm Sonnar:


anklicken für große Ansicht
180mm Sonnar (f/2.8), 1000Da, Foto O. Rensch, Bearbeitung H. Lüthen

Montag, 1. April 2013

PANSTARRS abends und morgens sichtbar

Hier mal ein Foto vom 1.4.2013, von meinem Balkon am Morgenhimmel. Der Komet passiert übrigens in der kommenden Woche den Andromedanebel.

anklicken für große Ansicht
 
Den Kometen schätzte ich am Abend auf 3.3 mag, also immer noch sehr schön hell.
Hartwig Lüthen



Sonntag, 24. März 2013

24.3.2013 - PANSTARRS vor dunklem Himmel

Konni, Jürgen , Thomas und ich trafen uns in der Außensternwarte am späten Sonntag abend. Eisige Kältde, verschneite Heide! Den Kometen konnten wir schon in der hellen Dämmerung sehen. Als es dunkel wurde sogar mit freiem Auge. In Thomas 8" Newton sah er wie ein großes Kometchen aus, mit richtig hellem Schweif. Konni, Jürgen und ich montierten unsere Apos sehr weit oben auf den obersten Fernrohrschienen. Und konnten den Kometen erstmals dunklem Himmel vor dem Sternenhintergrund ablichten.

Hier ein Bild mit meinem 75/500mm Pentax SDHF-Refraktor

anklicken für größere Ansicht



Mittwoch, 20. März 2013

Michael Jägers PANSTARRS-Fotos

Michael Jägers Kometenfotos sind eine andere Welt. Hier ein Bild mit seiner Sigma 6303-Kamera und einem 180mm Teleobjektiv

Anklicken für große Ansicht


 


Freitag, 15. März 2013

Spontane Astronomische Zusammenrottung

... in Allermöhe. Michi, Manfred, Jürgen, Wolfgang, Andre und ich konnten den Kometen in Allermöhe beobachten. Die Wolken hatten ein Einsehen. Dieses Mal hatten wir alle etwas mehr Brennweite aufgefahren. Was ganz erfolgreich war. Der Mond wies den Weg
und die Wolken waren nur zur Verzierung da.
(500mm Russentonne, Foto H. Lüthen)

und wenn man 25 Bilder zusammenaddierte, kam das hier heraus:

Der Komet war recht gut im Feldstecher erkennbar, es macht sich positiv bemerkbar, dass er sich langsam aus der hellen Dämmerung herausarbeitet.
Hier eine Animation von André, die den Kometen beim Untergang zeigt:



Volle Auflösung HIER !

Eine ähnlich Zusammenrottung fand im Raum Norderstedt am Parkplatz Eekholt statt. Die Tücken der Technik, die niedrige Horizonthöhe und  im Weg stehende Bäume, sibirische Temperaturen und Schneenberge waren Widrigkeiten, die hier gemeistert werden mussten. Immerhin gelang es den Teilnehmern, den Kometen kurz zu erspähen. 

(Foto Karsten Lorenzen) 

Dienstag, 12. März 2013

Komet PANSTARRS beim GvA-Treff

Am Dienstag, den 12.4. konnten wir kurz vor dem GvA-Treff den Kometen erstmals sehen. An einem Platz nur 800m von der Festen Burg entfernt hatten wir die nötige Horizontsicht. Bizarr waren die Sichtbarkeitsbedingungen: Am leichtesten war der Komet auf dem Live-View-Display der DSLRs zu erkennen.  Im Feldstecher war es gar nicht so einfach, den Kometen zu finden. Einige von uns konnten den Kometen in der extrem hellen Dämmerung auch knapp mit dem bloßen Auge ausmachen - über einer tief verschneiten Landschaft bei klirrend kalten Temperaturen. Eine rekordartig schmale Mondsichel wies den Weg.  Die Bilder guckten wir uns dann ausführlich beim anschließenden GvA-Treff an.

anklicken für große Ansicht


Dieses Bild ist zugegebenermaßen etwas gephotoshoppt. Der Komet und der Mond sind Summenbilder mehrerer Aufnahmen mit einem 100mm Tele, der rechte Teil des Krans stammt von einem Einzelbild. Die Einzelbilder waren nicht länger als 1/30 Sek belichtet.

Als "Großen Kometen" konnten wir das Objekt trotz der an sich recht großen Helligkeit nicht einordnen. Dafür war es zu schwierig, das Objekt überhaupt zu finden. Berücksichtigt werden muss, dass man natürlich bei dem wirklich hellen Himmel nur die allerhellsten Teile des Staubschweifs sah.





Sonntag, 10. März 2013

Vorschau auf die kommenden Tage

Alle diese Stellariumkarten zeigen die Sonne ca. 10 Grad unter dem Horizont, also in der HELLEN DÄMMERUNG, gegen ca. 19:24 MEZ. Für eine größere Ansicht bitte auf die Bilder klicken.

Dienstag, 12.3.2013: Der erste Tag, an dem man den Kometen VIELLEICHT sehen kann. Momentan sehen die Wetterprognosen sehr gut aus. Die schmale Mondsichel geht übrigens gerade rechts von dem Kometen unter. Wenn der Komet hell sein sollte, kann sie einem gegen 19:00 vielleicht helfen, ihn frühzeitig mit dem Feldstecher aufzufassen. In jedem Fall sollte man rechtzeitig am Beobachtungsort sein, und eine EXZELLENTE Horizontsicht ist entscheidend. Die derzeit (So. abend) verfügbaren Wetterprognosen sehen recht gut aus, aber dennoch wird es eine schwierige Beobachtung werden.

 

Mittwoch. 13.3.: Der ideale Abend für ein Foto der Mondsichel mit dem Kometen. Eine DSLR und ein 100mm Tele erfasst beide Objekte.


Donnertag. 14.3.: Der Komet steht einigermaßen hoch am Himmel, und die Mondsichel kann immer noch bei der Orientierung helfen.


 Freitag, 15.3.Jeden Tag klettert der Komet höher, wird aber auch schwächer.


Samstag, 16.3. Astronomietag! Wie wird die Öffentlichkeit diesen Kometen finden?